4-D- Wirbelsäulenvermessung 

Viele Beschwerden im Bereich der Wirbelsäule wie Verspannungen, durch Wirbelsäulenfunktionsstörungen verursachte Kopfschmerzen, wiederkehrende Blockierungen - um nur einige Beispiele zu nennen - haben ihren Ursprung in einer nicht optimalen Körperhaltung. Als Ursache hierfür finden sich häufig z.B. eine beruflich bedingte einseitige Körperhaltung (Computerarbeitsplatz), Bewegungsmangel, aber auch strukturelle Veränderungen wie z.B. die Wirbelsäulenverkrümmung (Skoliose). Aus den hierdurch verursachten Muskeldysbalancen (Ungleichgewichten) resultieren dann oft funktionelle Beschwerden, die schließlich für den Patienten in einem „Teufelskreis“ aus Verspannung und Schmerz enden können.

Die Vierdimensionale Wirbelsäulenvermessung ist ein Verfahren, mit dem man die Veränderungen der Statik des Rückens und des Beckens erkennen und optimal vermessen kann.
Das Verfahren eignet sich insbesondere zum Erkennen und Ausmessen von Abweichungen der Wirbelsäule vom Lot (Skoliose), als auch zur Vermessung der Krümmungen der seitlichen Ebene (Rundrücken, Hohlkreuz). Die Messung erfolgt computergestützt und ohne Einsatz jeglicher Röntgenstrahlung.
Sie ist somit unbedenklich und kann insbesondere bei Kindern zur Verlaufskontrolle der Skoliose als Alternative zum Röntgen angewendet werden.
Weiterhin können Beinlängenunterschiede wesentlich genauer bestimmt und millimetergenau ausgeglichen werden. Hierbei ist z.B. der Effekt einer Schuherhöhung sofort am 4-D-Computerbild sichtbar, eine Röntgenuntersuchung der Wirbelsäule im Stehen ist nicht mehr erforderlich.
Die durch 4-D-Wirbelsäulenvermessung festgestellten Probleme der Körperstatik können durch so genannte propriozeptive Einlagen korrigiert werden. Hierbei wird der Effekt von Reflexzonen der Fußsohle auf die Wirbelsäule genutzt. Im Einzelfall kann hierdurch die die Gesamtstatik deutlich verbessert werden, die Ursache wiederkehrender funktioneller Beschwerden wird somit effektiv behandelt.

Wir bieten die 4-D-Wirbelsäulenvermessung in unserer Praxis als IGEL Leistung an.
Sollten Sie Fragen haben, wenden Sie sich bitte an den behandelnden Arzt unserer Praxis.

Wirkungsweise von neuro-muskulären Prozeptorsohlen (Einlagen)

Durch die Therapiesohlen kommt es zu einer Verstärkung der afferenten (zum Hirn geleiteten) Signale der Propriozeptoren und Exterozeptoren der Fußsohle. Die Therapiesohle enthält Erhöhungen an genau definierten Punkten, so dass die Propriozeptoren bestimmter Fußmuskeln gezielt stimuliert werden.

Durch den Druck auf bestimmte Muskelpunkte kommt es in erster Linie zu einer Reizung der Muskelspindel und des Golgi-Sehnenorgans. Diese beiden Propriozeptoren haben einen entscheidenden Einfluss auf die Muskelspannung und Muskellänge. Die Hauptaufgabe der Muskelspindel besteht darin, die jeweilige Muskellänge oder als Differenzialfühler, Lage und Spannungsveränderungen dem ZNS rückzumelden. Diese Rückmeldung erfolgt entweder über schnellleitende Fasern (Ia-Fasern) direkt über das Rückenmark mit einem monosynaptischen Dehnungsreflex zur motorischen Nervenzelle oder über langsamere Rückleitungsbahnen der Gruppe-II Fasern zum ZNS.

Die Aufgabe der Golgi-Sehnen-Organe ist genau entgegengesetzt zum Mechanismus der Muskelspindel. Das Golgi-Sehnen-Organ misst den Spannungszustand der Muskulatur und wirkt bei zu starkem Zug auf die Sehne inhibitorisch auf das Motoneuron, so dass es zu einer Erschlaffung des Muskels kommt. Aufgrund der antagonistischen Wirkung dieser beiden Propriozeptoren kann eine Balance in der Muskelspannung gehalten werden.

Durch die Stimulation der Propriozeptoren der Fußmuskeln wird zunächst ein monosynaptischer Eigenreflex ausgelöst. Durch aufsteigende Verschaltungen kommt es zu polysynaptischen Reaktionen in Form von Haltungs- und Stellreflexen. Somit kann durch die Veränderung der Muskelspannung eines Fußmuskels die Spannung einer ganzen Muskelkette verändert werden. Dr. Rene J. Bourdiol (Neurologe aus Frankreich) und Dr. med. Giuseppe Bortolin (Chirurg aus Italien) haben in den siebziger Jahren direkte neuronale Verbindungen der Fußmuskulatur zu haltungsrelevanten Gehirnarealen gefunden.

Ausgehend von diesen Ergebnissen haben Dr. Bortolin und Dr. Bourdiol erforscht, wie über die Stimulation bestimmter Fußmuskeln die Körperhaltung positiv beeinflussbar ist. Sie fanden enge Zusammenhänge zwischen bestimmten Fußformen (z. B Hohlfuß, Spreizfuß, Senkfuß) und der Körperhaltung.

Der Fuß als wichtiger Ausgangspunkt für die Körperhaltung

Bei einer physiologischen Körperhaltung befindet sich der Körper in einem labilen Gleichgewicht. Es findet eine permanente Anspannung und Entspannung der Haltemuskulatur statt. Befindet sich die Körperhaltung in diesem Optimalzustand, so wird auch der Fuß gleichmäßig belastet.

Kommt es zu permanenten Auslenkungen aus diesem Gleichgewichtszustand, kann es zu chronischen Veränderungen der Körperhaltung kommen. Der Körper gelangt entweder in eine hypertone Haltung (nach vorne gerichtet) oder in eine hypotone Haltung (nach hinten gerichtet). Diese beiden Haltungstypen zeichnen sich durch bestimmte Merkmale aus. So hat der hypertone Haltungstyp häufig eine erhöhte Spannung der dorsalen Muskulatur (z.B. Nacken-, Rücken- und Wadenmuskulatur). Außerdem findet man hier die stärkste Belastung im Vorfußbereich sowie häufig ein Hohlfußsyndrom.

Bei dem hypotonen Haltungstyp ist der Tonus der dorsalen Muskulatur gering. Der Haltungstyp zeichnet sich aus durch die „easy standing position“ und nutzt vermehrt die Bänder und Kapseln der Gelenke (weniger die Muskulatur), um seinen Körper in aufrechter Position zu halten. Die stärkste Belastung des Fußes ist vorwiegend im Rückfußbereich. Außerdem findet man im Fuß ebenfalls einen schwachen Tonus der Muskulatur, so dass es häufig zu abgeflachten Fußgewölben bis hin zu einem Plattfuß kommt.

Neben den Haltungsabweichungen aus der Lateralebene sind ebenfalls die Abweichung des Beckens und der Schultern aus der Horizontalebene von Bedeutung. Funktionelle Beinlängendifferenzen, Beckenschiefstände und Achsverschiebungen des Schultergürtels haben häufig Verspannungen der Muskulatur und Schmerzen in verschiedenen Gelenken zur Folge. Viele dieser primär muskulär bedingten Fehlhaltungen können durch die propriozeptive Stimulation der Muskulatur korrigiert werden. Die Haltungsveränderungen treten in vielen Fällen direkt (wenige Sekunden) nach Unterlegen der dünnen Elemente unter der Fußsohle auf.

(Quelle: vabene 2006)